Grauer Star / Katarakt

Inhalt:

  1. Übersicht Grauer Star (Katarakt)
  2. Ursachen Grauer Star (Katarakt)
  3. Diagnose Grauer Star (Katarakt)
  4. Therapie Grauer Star (Katarakt)

Diagnose von Grauem Star (Katarakt) – mehr Chancen als Risiken

1. Übersicht – Grauer Star (Katarakt)

Grundsätzlich kann ein Grauer Star, medizinisch Katarakt genannt, in jedem Alter eines Menschen entstehen. Auch Kinder und Säuglinge sowie junge Menschen können von diesem Augenleiden betroffen sein. Zumeist handelt es sich jedoch um den sogenannten Altersstar, mit dem etwa ab dem 60. Lebensjahr zu rechnen ist. Mit fortgeschrittenem Lebensalter verliert die Augenlinse allmählich an Elastizität. Sie verhärtet zunehmend, die Linse wird schleichend trübe. Die Folgen des Grauen Star sind zunächst eine erhöhte Blendempfindlichkeit, unscharfes, verschleiertes und kontrastarmes Sehen. Dies ist gerade beim Autofahren im Dunkeln deutlich zu merken und sehr unangenehm. Eine bestehende Altersweitsichtigkeit bessert sich scheinbar ohne Grund – ein Hinweis auf den Grauen Star (Katarakt). Betroffene sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, um abzuklären, ob und wann eine Operation in Frage kommt. Der Graue Star verläuft schleichend, behindert das Sehvermögen zunehmend. Der medizinische Ausdruck „Katarakt“ entstammt dem Griechischen („cataracta“). Übersetzt bedeutet Katarakt „Wasserfall“. In der Tat erweckt die Eintrübung der Augenlinse oft den Eindruck, als würde man durch einen Wasserfall hindurch sehen.

Dem Grauen Star kann man nur mit einer Operation begegnen

Die Katarakt macht eine Operation notwendig. Der behandelnde Augenarzt entscheidet über den richtigen Zeitpunkt für einen operativen Eingriff, bei dem die trübe natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Wird der Graue Star nicht behandelt, kann die völlige Erblindung die Folge sein. Weltweit ist der Graue Star die häufigste Ursache für Sehstörungen und Erblindung.
Die unterschiedlichen Formen des Grauen Star können zunächst eingeteilt werden in den erworbenen und in den angeborenen Grauen Star. Der sogenannte Altersstar bzw. Alterskatarakt macht rund 90 Prozent aller Katarakte aus. Auch können Krankheiten wie Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen, Tetanus oder weitere Stoffwechselerkrankungen den Grauen Star verursachen und eine Kataraktoperation notwendig machen. Hinzu kommen Katarakte, die durch Verletzungen oder Augenentzündungen hervorgerufen werden. Zudem kann eine Medikamenteneinnahme den Grauen Star verursachen. Dabei handelt es sich insbesondere um kortisonhaltige Medikamente. Der sogenannte Kortisonstar kann auch nur vorübergehend sein. Extrem selten – angeborener Grauer Star. Nur etwa 0,03 Prozent aller Kinder kommen mit einem angeborenen Grauen Star (Katarakt) zur Welt. Ursache kann eine genetische Prädisposition oder auch eine Erkrankung der Mutter während der Zeit der Schwangerschaft sein. Als Ursachen kommen zudem Verletzungen oder Entzündungen im Säuglingsalter in Betracht. Die genauen Ursachen des Grauen Star (Katarakt) sind nicht gänzlich erforscht

2. Ursache und Symptome des Grauen Star (Katarakt)

Alterungsprozesse, Verletzungen, Entzündungen des Auges, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Medikamente wie Kortison können zu einer Trübung der Augenlinse führen. Die getrübte Linse kann das Licht nicht mehr scharf auf der Netzhaut abbilden. Die Krankheit verläuft schmerzfrei und schleichend. Der Graue Star äußert sich durch Sehstörungen, die mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer gravierender werden. Blendung vor allem nachts – beispielsweise am Steuer des Autos – können erste Anzeichen für den Grauen Star sein. Das in das Auge einfallende Licht kann nicht mehr richtig gebrochen werden und streut – deshalb die Blendung. Hinzu kommen ein Grauschleier und der Verlust an Kontrast und Farbe.

Der Graue Star verläuft fortschreitend in mehreren Phasen

Ursachen sind unter anderem veränderte Struktureiweiße der Augenlinse, die auskristallisieren und sich in der Linse ablagern. Ursprünglich glasklar und elastisch, verhärtet die Linse zunehmend und verliert an Elastizität. Der Krankheitsverlauf kann in mehrere Phasen eingeteilt werden. Die Symptome sind dabei abhängig vom Schweregrad des Grauen Star.
Die beginnende Linsentrübung (Cataracta incipiens) lässt erste Anzeichen des Grauen Star (Katarakt) erkennen. Eine Operation ist in diesem Stadium noch nicht notwendig.
In der Phase der fortgeschrittenen Linsentrübung (Cataracta provecta) ist das Sehvermögen erheblich beeinträchtigt. Eine Operation des Grauen Star ist in dieser Phase angebracht.
Bleibt der fortgeschrittene Star unbehandelt, kommt die Phase des reifen Grauen Star (Cataracta matura). In dieser Phase ist der Graue Star offensichtlich. Die Augenlinse ist trübe und verfärbt sich dunkel. Oft ist nur noch das Hell-Dunkel-Sehen möglich.
Die letzte Phase – überreifer Grauer Star (Cataracta intumescens). Die Linse quillt durch Verflüssigung auf, die Linsentrübung ist weit fortgeschritten. Der überreife Graue Star kann aufgrund des steigenden Augeninnendrucks in einen Grünen Star (Glaukom) bzw. Sekundärglaukom übergehen. Wird in dieser Phase nicht operiert, droht die Erblindung.

3. Diagnose des Grauen Star (Katarakt)

Die Katarakt ist schnell und einfach diagnostiziert. Bei der Diagnostik steht zunächst die Linse im Fokus. Weitere Untersuchungen liefern ein umfassendes Bild über den Krankheitsverlauf. Zentrales Instrument zur Erkennung eines Grauen Stars ist das Spaltlampenmikroskop, vereinfacht auch Spaltlampe genannt. Mithilfe der Spaltlampenuntersuchung kann der vordere Augenabschnitt sechs- bis vierzigfach vergrößert dargestellt werden. Der vordere Augenabschnitt umfasst Bindehaut, Hornhaut, Regenbogenhaut, Lederhaut und die Linse. Ein anschließender Sehtest bzw. eine Sehschärfenmessung geben Aufschluss über eine bestehende Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit. Hinzu kommt die sogenannte Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie). Festgestellt wird der Bereich, den ein gerade ausgerichtetes Auge erfasst.
Frühzeitig erkannt, lässt sich die Operation am Grauen Star in aller Ruhe planen. Und nicht immer ist sofort eine Operation der Augen notwendig. Ist eine Toleranzgrenze überschritten, sollte mit der Operation nicht zugewartet werden. Gerade beim sogenannten Altersstar gilt: Die frühe Diagnose hilft. Deshalb: Ab 40 regelmäßig zum Augenarzt gehen! Vorsorgeuntersuchungen sind gerade beim schleichenden und schmerzfrei verlaufenden Krankheitsverlauf des Grauen Star (Katarakt) wichtig.

4. Therapie des Grauen Star (Kataraktoperation)

Mit rund 800.000 Eingriffen im Jahr ist die Kataraktoperation eine der am häufigsten durchgeführten Operationen überhaupt. Der operative Linsenaustausch ist in der Augenheilkunde alternativlos. Mit Medikamenten lässt sich der Graue Star (Katarakt) nicht behandeln. Die Staroperation ist eine sehr sichere und ausgereifte Operation. Die Risiken, die aus dem Eingriff erwachsen können, sind so gering, dass man sich bedenkenlos für den Eingriff entscheiden sollte, wenn die Zeit dafür reif ist. Die Chancen sind indes groß: Besseres Sehvermögen, mehr Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter. Fast immer wird die Katarakt Operation ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nur wenige Minuten dauert der Austausch der natürlichen Linse durch eine klare Kunstlinse (Intraokularlinse). Der Operateur hat je nach individueller Ausgangslage zwei Operationstechniken zur Auswahl. Besonders häufig fällt die Wahl auf die sogenannte „extrakapsuläre Operationstechnik“. Dabei öffnet der Augenarzt zunächst die vordere Linsenkapsel und entfernt danach das Innere der Linse. Dabei belässt er die hintere Kapselwand – die natürliche Trennung zwischen dem vorderen und dem hinteren Augenabschnitt. Bei der extrakapsulären Kataraktoperation zerkleinert der Arzt die Linse mit Hilfe von Ultraschall oder Femtosekundenlaser. Die so zerkleinerte Linse wird anschließend abgesaugt. Operateure versuchen bei dieser Operationstechnik, den Einsatz von Ultraschall so weit als möglich zu minimieren oder sogar ganz darauf zu verzichten. Die seltener angewandte intrakapsuläre Operation des Grauen Star (Katarakt) sieht vor, dass die Linse samt Kapsel vollständig aus dem Auge entfernt wird. Unmittelbar nach dem Eingriff beginnt die Nachbehandlung der Katarakt-Operation mit Kontrolluntersuchungen durch den Augenarzt. Schwere körperliche Arbeiten, Leistungssport, Schwimmen und Saunabesuche sind in den ersten Wochen nach der Operation unbedingt zu unterlassen. Auch jeglicher Druck auf das operierte Auge sollte vermieden werden. Grundsätzlich ist eine Staroperation auch bei gleichzeitiger Makuladegeneration oder Glaukom (Grüner Star) nicht nur möglich, sondern kann sehr sinnvoll sein. Je nachdem, wie weit die Makuladegeneration fortgeschritten ist, fällt das Ergebnis der Grauer-Star-Operation aus.

Standardlinse bzw. Premiumlinse: Wissenswertes zur Medizintechnik bei Katarakt

Die Katarakt-OP ist heute weit mehr als die Therapie einer Augenkrankheit. Die getrübte natürliche Linse wird durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Kunstlinse hält nach erfolgreicher Operation ein Leben lang. Eine eingesetzte Standardlinse, wie sie von der Krankenkasse bezahlt wird, ist ein guter Ersatz für die getrübte natürliche Linse. Neben der künstlichen Standard-Intraokularlinse gibt es Kunstlinsen mit Zusatzfunktionen – für mehr Lebensqualität und Unabhängigkeit. So gibt es torische Intraokularlinsen, mit denen eine Hornhautverkrümmung korrigiert werden kann. Diese Linsen werden individuell angepasst. Mit diesen torischen Intraokularlinsen können Patienten mit Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) nach einer Katarakt-Operation deutlich besser sehen als mit einer Standardlinse. Etwa ein Drittel der Katarakt-Patienten haben eine Hornhautverkrümmung. Weiterhin gibt es multifokale Intraokularlinsen mit einer speziellen Optik, die scharfes Sehen in die Nähe und in die Ferne ermöglichen. Die Gleitsichtbrille im Auge: Mit der Multifokallinse kann eine weitgehende Brillenfreiheit Wirklichkeit werden. Auch gibt es Kombinationen – die torisch-multifokale Intraokularlinse beispielsweise. Mit der multifokal-torischen Intraokularlinse gelingt es zudem, auch eine Hornhautverkrümmung zu korrigieren. Darüber hinaus gibt es asphärische Linsen, die Brechungsfehler höherer Ordnung ausgleichen. Auch sie können mit torischen Intraokularlinsen kombiniert werden. Patienten, die großen Wert auf kontrastreiches Sehen legen, profitieren davon in besonderer Weise. Ein Leben ohne Brille und Kontaktlinsen bis ins hohe Alter ist dank der modernen Augenheilkunde Wirklichkeit geworden. Ganz entscheidend bei der Wahl der richtigen Kunststofflinse mit Zusatzfunktion sind die individuellen Voraussetzungen und Anforderungen. Eine größtmögliche Zufriedenheit nach einer Katarakt Operation muss das Ziel aller Beteiligten sein. Die Nachfrage nach Kunststofflinsen mit Zusatzfunktion ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.
Der richtige Zeitpunkt für eine Katarakt Operation, die richtige Wahl der Intraokularlinse, Standardlinse oder Premiumlinse mit Zusatzfunktion – entscheidend sind Diagnose und das Gespräch mit dem Augenarzt. Der Augenarzt informiert gerne über die Chancen und Möglichkeiten der unterschiedlichen künstlichen Intraokularlinsen. Im Mittelpunkt dabei sollte die Frage stehen, wie durch eine Operation am Grauen Star (Katarakt) ein Höchstmaß an Sehkomfort und damit mehr Lebensqualität erreicht werden kann. Insofern eröffnet die Diagnose Grauer Star auch Chancen und ungeahnte Möglichkeiten für Augen und Sehkraft.

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